EmreHizliMitteilung des Vorsitzenden des TIAD vom 01.03.2014 anlässlich der Veranstaltung vom 06.03.2014:

Emre Hizli


„Zwischen TIAD und dem Bildungszentrum der Stadt Nürnberg bestehen seit längerer Zeit sehr gute Kontakte. Inzwischen arbeiten wir fundiert zusammen; eben aus dieser Zusammenarbeit ist ein handfestes, passgenaues Weiterbildungsprojekt zum Vorteile von Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund entstanden, die bei alledem auch ihre Mitarbeiter in die Kurse des Projektes entsenden und so diese weiterbilden können. Ich persönlich habe mich dafür stark gemacht, dass das Projekt nicht nur den türkischstämmigen Bürgerinnern und Bürger unserer Region zugute kommt, sondern allen Menschen mit Migrationshintergrund. Voraussetzung für die Teilnahme ist also nicht die türkische Herkunft der Teilnehmerin / des Teilnehmers. Inzwischen plädiere ich auch im Rahmen der Europäischen Metropolregion Nürnberg dafür, dass das Projekt in der ganzen Region, also über Nürnberg hinaus Anklang findet und umgesetzt wird.

Ziel des vom Europäischen Sozialfond geförderten Projektes „Weiter mit Bildung!“, das nun mit der Bezeichnung „Bildung geht weiter“ fortgesetzt wird, ist es, mit gezielter, maßgeschneiderter Weiterbildung im Allgemeinen

- die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu stärken,
- die Kompetenzen von Unternehmerinnen und Unternehmern auszubauen und
- die Beschäftigungsfähigkeit (Employability) von Mitarbeiterinnern und Mitarbeitern zu verbessern.

Welchen Sinn hat unser Qualifizierungsvorhaben für und in der Europäischen Metropolregion Nürnberg konrekt ? Was haben wir alle davon?

  • Wir alle wissen, dass der Bedarf an qualifizierten Fachkräften steigt, die Zahl der erwerbsfähigen Personen jedoch zurückgeht. Folge ist, dass kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem knappen Gut werden. Das Risiko: Kann der Bedarf an qualifiziertem Personal nicht gedeckt werden, steht langfristig der unternehmerische Erfolg auf dem Spiel.
  • Daher sind wir in die Betriebe gegangen und haben dort explizit den jeweiligen Bedarf des Unternehmens / der Unternehmer und dessen Mitarbeiter im Wege einer Umfrageaktion festgestellt. Entsprechend haben wir bedarfsgerechte, passgenaue Kursangebote geliefert.
  • Ein gangbarer Weg im Rahmen der Fachkräfteproblematik: Um im Wettbewerb um qualifiziertes Personal nicht chancenlos zu sein, sollte die Arbeitgeberattraktivitäterhöht werden, vor allem durch gezielte Mitarbeiterpflege und dem Aufzeigen von persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Hier setzen wir mit unserem Qualifizierungsvorhaben für die Europäische Metropolregion Nürnberg an, das mit einer groß angelegten branchenunabhängigen Befragung von Unternehmen und Unternehmer/-innen mit türkischem Migrationshintergrund startete, nun für alle Menschen mit Migrationshintergrund offen ist und ein einzigartiges Projekt deutschlandweit und zur rechten Zeit darstellt. Denn: Gute und qualifizierte Leute fehlen den Unternehmen schon jetzt!
  • Welche Bedeutung das wirtschaftlich für uns alle hat, will ich hier im Bereich der türkischstämmigen Unternehmerinnern und Unternehmer kurz anhand folgender Zahlen erläutern: Allein 80.000 türkische Selbstständige mit etwa 380.000 Mitarbeitern erwirtschaften bereits heute einen Umsatz von rund 40 Mrd. Euro und investieren jährlich 8 Mrd. Euro in Deutschland. Die wirtschaftliche Bedeutung der türkischen Unternehmer und Unternehmerinnen wird in den nächsten Jahren noch mehr zunehmen. So ist zu erwarten, dass sich in den nächsten 10 bis 15 Jahren die Zahl der Unternehmerinnen und Unternehmer auf etwa 130.000 erhöht, die dann rund 70 Mrd. Euro umsetzen, 750.000 Menschen beschäftigen und 18 Mrd. Euro investieren.

  • Für alle Menschen mit Migrationshintergrund gilt: sie sind als großes Potential für unsere Gesamtwirtschaft in der Region, in Deutschland zu sehen. Mit entsprechender Weiterbildung leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Prosperität der Region / Deutschlands, sondern machen wichtige Schritte auch im Rahmen ihrer eigenen Integration. Im weitesten Sinne heißt dies: Teilhabe durch Weiterbildung.
  • Abschließend sei mir noch erlaubt, auf Folgendes hinzuweisen: Auch unabhängig vom konjunkturellen Zyklus darf betriebliche Weiterbildung nicht an Bedeutung verlieren – zwar wird sich kurzfristig der Return of Investment von Weiterbildung nicht messen lassen, aber: vorhandenes Know-How veraltet rasch, wenn es nicht weiter entwickelt wird. Innovationszyklen verkürzen sich, Produktions- und Geschäftsprozesse nehmen an Komplexität zu.
  • Helfen Sie uns und unterstützen Sie uns bei unserem Vorhaben!“

Teilnehmermanagement

Horst Bulla, Tel. 0911/231‐5829
Susanne Sperber, Tel. 0911/231‐5491

Ansprechpartner:
Daniel Reim, Tel. 0911/231‐3926
Andrea Lüftner, Tel. 0911/231‐4868


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